Wir haben beides gesetzt – Titan seit 1993, Keramik seit 1998. Deshalb können wir Ihnen sagen, wo Zirkonoxid klar im Vorteil ist, wo beide gleichauf liegen und in welchen seltenen Fällen Titan noch die bessere Wahl bleibt.


Keine Ionenabgabe, keine Korrosion, kein grauer Rand. Weniger Plaqueanlagerung und ein Zahnfleisch, das sich direkt anlegt.
Moderne Zirkonoxid-Systeme erreichen über 5 bis 10 Jahre Überlebensraten, die mit Titan vergleichbar sind. Die Datenlage über 15 Jahre hinaus ist bei Titan länger.
Bei extremen Winkeln, sehr schmalen Durchmessern oder bestimmten Großversorgungen ist das Titan-Sortiment breiter. Wir sagen Ihnen, wenn das auf Sie zutrifft.
Punkt für Punkt
Einordnung auf Basis der S3-Leitlinie „Keramikimplantate“ (DGI/DGZMK, Stand 12/2022) und aktueller Übersichtsarbeiten. Die Bewertung ist unsere fachliche Einschätzung und ersetzt nicht die individuelle Beratung.
Was die Wissenschaft sagt
Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie und die DGZMK haben Zirkonoxid-Implantate in einer S3-Leitlinie bewertet – der höchsten Evidenzstufe im deutschen System. Das ist der Unterschied zwischen Überzeugung und Beleg.
Leitlinie lesen (AWMF 083-039)Ehrlich gesagt
Selten – aber es gibt Situationen, in denen Titan die bessere Wahl ist. Dann sagen wir Ihnen das offen. Und auch dann fertigen wir ausschließlich individuelle Abutments aus Keramik – damit die Vorteile der Keramik im Schleimhautbereich erhalten bleiben.
Sie haben bereits Titan?
Bei Periimplantitis, nachgewiesener Unverträglichkeit oder dem Wunsch nach einem metallfreien Körper entfernen wir Titanimplantate knochenschonend mit Spezialinstrumenten, bei Bedarf unterstützt durch Ultraschall. Danach reinigen wir das Knochenbett und setzen – wenn die Situation es erlaubt – in derselben Sitzung ein Keramikimplantat. Ob das bei Ihnen möglich ist, klären wir vorab im Erstgespräch mit klinischem Befund und 3D-Röntgenbild der Kiefer (DVT).

Häufige Fragen zum Vergleich
Zirkonoxid ist die zäheste Oxidkeramik und wird auch für Hüftgelenke eingesetzt. Frühe Keramikimplantate der 2000er hatten Bruchprobleme; moderne Systeme – ein- wie zweiteilig – mit optimiertem Design erreichen in Belastungstests Werte, die mit Titan vergleichbar sind.
Keramik erfordert ein eigenes chirurgisches Protokoll – Titan-Routinen lassen sich nicht einfach übertragen. Wer selten damit arbeitet, bleibt bei dem, was er kennt. Wir machen seit 1998 nichts anderes und haben über 2.000 Kolleginnen und Kollegen darin ausgebildet.
Ein Titanstimulationstest kann Hinweise geben, ist aber nicht die einzige Entscheidungsgrundlage. Wer sich für Keramik entscheidet, braucht ihn nicht; wer zwischen beiden schwankt, kann ihn als Argument nutzen. Wir besprechen das im Erstgespräch.
Das Keramikimplantat selbst ist etwas teurer als ein Titanimplantat – bei uns liegt der Unterschied bei rund 400 € pro Implantat. Das individuell gefertigte Abutment aus Keramik bekommen Sie bei uns in beiden Fällen. Die genauen Spannen stehen auf unserer Kostenseite.
Ja. Zirkonoxid erzeugt im MRT kaum Artefakte und erwärmt sich nicht. Informieren Sie die Radiologie trotzdem kurz über Ihre Implantate.